Für die Zukunft gerüstet

 

Digitalisierung, Spezialisierung und Klimawandel sind die grossen Herausforderungen der Landwirtschaft. Das verändert die Ansprüche an die Grundbildung. Dem soll eine Totalrevision im Berufsfeld Landwirtschaft und deren Berufe Rechnung tragen.

Wo unsere Eltern mit ihrem Betrieb eine Familie ernähren konnten, ist das heute vielerorts nicht mehr möglich. Wo unsere Eltern nach der Lehre ausgelernt hatten, hört für uns heute das Lernen nicht mehr auf. Wo unsere Eltern den Traktor selbst reparierten, Formulare auf Papier ausfüllten und verlässliche Sommerniederschläge hatten, schliessen wir moderne Traktoren für regelmässige Updates an den Laptop an, füllen Formulare am PC oder am Handy aus und spüren die Auswirkungen des Klimawandels.

Betriebsleiterfamilien sind die Aussenstellen der Landwirtschaft, sie setzen die gesetzlichen Grundlagen zu Gewässerschutz, Umweltschutz und Tierwohl um, sie kommunizieren mit der Bevölkerung, sie tragen dazu bei, dass Nahrungsmittel produziert und Biodiversität gefördert wird, sie besiedeln den ländlichen Raum – sie sind das Aushängeschild!

Heute bilden wir die Menschen für die Landwirtschaft von morgen aus. Die Berufe in der Landwirtschaft gehören zu den spannendsten, die es gibt; aber sie gehören auch zu den vielfältigsten. Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter vereinen in sich, wo es andernorts eine ganze Abteilung braucht: Chef/-in, Abteilungsleiter/-in, Arbeiter/-in.

Deshalb brauchen wir in der Landwirtschaft fähige Köpfe, flexible Menschen mit Unternehmergeist, die das Wissen und die Kompetenzen mitbringen, aus ihren Betrieben zukunftsfähige Betriebe zu machen. Wir brauchen Menschen, die sich bewusst sind, dass es mit dem Lernen nie aufhört. Die Umstände, die Anforderungen und das Klima wandelt sich zu schnell. Wir sind Teil einer globalisierten Welt, in der Digitalisierung und Klimawandel auch den Alltag auf entlegenen Höfen in Schweizer Tälern erreichen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was bisher geschah

 
Die Schweizer Verordnung über die berufliche Grundbildung (BiVo) fordert, dass Ziele und Anforderungen an die berufliche Grundbildung mindestens alle fünf Jahre auf ihre Aktualität hin überprüft werden. Hat sich in fünf Jahren wenig verändert, reicht eine Teilrevision aus. Grosse Veränderungen führen zu einer Totalrevision – dieser Prozess kann mehrere Jahre dauern.

27. April 2021

Es wurde ein Kick-off-Meeting zur Revision der Grundbildung durchgeführt. Interessierte Personen konnten teilnehmen und Fragen stellen.

Präsentation vom 27. April 2021

 

20. April 2021

Der Vorstand der OdA AgriAliForm entscheidet über das weitere Vorgehen in den einzelnen Berufen.

Zeitplan
2021: 
Konzept konkretisieren: Qualifikationsprofile inkl. Berufsbild und Handlungskompetenzen für die einzelnen Berufe erarbeiten
2022: Bildungspläne für die einzelnen Berufe, Anhörungen, Anpassungen erarbeiten
2023: Bestätigung der Bildungspläne, Information an alle Beteiligten (Branchen, Schulen, Medien usw.
Bis Mai 2024: Lehrmittel überarbeiten
Ab Aug. 2024: Umsetzung

 

12.2020 bis 04.2021

Diskussion innerhalb der Berufe der Spezialkulturen sowie der Geflügelwirtschaft.

 

 

11.2020 bis 12.2020

Die Berufsbildungskommissionen SBV und Agora entscheiden sich für das Modell 3+1 für den Beruf Landwirt/-in

Die Vorstände von SBV und Agora entscheiden sich ebenfalls für das Modell 3+1. Der Entscheid fiel in beiden Gremien klar: bei Agora mit 2 Gegenstimmen, einer Enthaltung und 14 Ja-Stimmen; beim SBV mit 7 Gegenstimmen und 15 Ja-Stimmen.

Im Moment zeigt sich das Modell 3+1 als beste Lösung. Wir arbeiten nun das Konzept im Detail aus. Mit jedem Schritt wird es klarer. Aber es wird sich auch verändern. Wenn wir merken, dass es eine noch bessere Lösung als das Modell 3+1 gibt, werden wir diesen Weg gehen. Wir suchen nach dem Modell, mit dem wir unsere jungen Leute am besten ausbilden können.

 

09.2020 bis
11.2020

Auf der Grundlage der Resultate der Klausurtagung wird das Modell «3+1» für den Beruf Landwirt/-in entwickelt.
Revision

(Bemerkung: Der Bereich C bezieht sich auf den Weinbau und ist hier nicht aufgeführt.)

Dieses Modell ist auch für Spezialkulturen möglich, der Entscheid liegt bei den jeweiligen Branchen. Die eigenständigen Berufe bleiben erhalten; die Fachrichtungen würden ebenfalls durch die zuständigen Branchen festgelegt.

 

09.2020

Klausurtagung Beruf Landwirt/-in
Eine Arbeitsgruppe erarbeitete einen ersten Entwurf für das Qualifikationsprofil Landwirtin. Vertreten waren vier Lehrmeister (je zwei aus Deutsch- und Westschweiz), zwei Schul-VertreterInnen (je eine Person aus Deutsch- und Westschweiz) sowie eine Person für den Biolandbau. Dabei zeigt sich: Wenn man alle Anforderungen abdecken will, bräuchte es tatsächlich 4 Jahre. Aber: für einen Betrieb mit nur einem Betriebszweig (z.B. Grünland/Weidehaltung oder Ackerbau) sind LandwirtInnen nach 3 Jahren bereits arbeitsfähig, eine obligatorische 4jährige Lehre ist nicht notwendig.

 

01.2020

Resultate der Umfrage:

  • Die bestehenden Berufe Landwirt/-in, Obstfachfrau/-mann, Geflügelfachmann/-frau, Gemüsegärtner/-in sollen erhalten bleiben, Winzer/-in und Weintechnolog/-in könnte man zusammenlegen.
  • Lehrdauer v.a. beim Beruf Landwirt/-in stark umstritten.

⇒Die Lehrjahre sollen weiterhin auf mindestens zwei verschiedenen Betrieben absolviert werden. Abgesehen davon gibt es wenig einheitliche Resultate. Die Antworten sind so heterogen wie die Schweizer Landwirtschaft.

⇒Der aktuelle Zustand ist unbefriedigend.

⇒Staplerkurs und die Fachbewilligung Pflanzenschutz müssen integriert werden.

⇒Die Entwicklung der Agrarpolitik muss ebenfalls im Auge behalten werden: ein/e EFZ-Inhaber/-in muss grundsätzlich Zugang zu den Direktzahlungen haben.

Wir wollen sicherstellen, dass die künftigen Grundbildungen im Berufsfeld Landwirtschaft den vielfältigen Anforderungen gerecht werden.

 

2019   

Umfrage bei den Mitgliedorganisationen der OdA. Die Fragen basieren vor allem auf den Resultaten der Grossgruppenworkshops.

 

2018

In einem ersten Grossgruppenworkshop wurde die «Landwirtschaft 2030» diskutiert. Wie sieht sie aus? Wo gehen wir hin? In der Diskussion vertreten waren: Lehrmeister, Lehrpersonen, Verbände, Schulleiterkonferenz, Personen der «Aussensicht» wie der Fenaco, SBV, Junglandwirte, HAFL. Bei der Wahl der Personen wurde darauf geachtet, dass mehrheitlich junge Personen eingeladen wurden.

In einem zweiten Grossgruppenworkshop war die Zusammensetzung ähnlich, nur die Aussensicht fehlte. Hier diskutierte die Gruppe, welche Kompetenzen Fachpersonen in der «Landwirtschaft 2030» benötigten und wo der Unterschied zu den Kompetenzen zu heute liegt.

Die Resultate dieser Workshops, insbesondere des zweiten, liefern wichtige Elemente für die 5-Jahres-Überprüfung. Die 5-Jahres-Überprüfung ist eine wichtige Vorarbeit für die Revision.

 

2017

Die erste Teilrevision der neuen Bildungsverordnung tritt in Kraft. Jahrelange Diskussionen führten nur zu geringfügigen Änderungen. Deshalb beschloss die OdA eine Totalrevision für 2022/2023.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie stellen wir sicher, dass die Diskussionen und Entscheide breit abgestützt sind?

Die Arbeit findet einerseits in den Gremien der OdA statt, in denen alle Berufe und verschiedene Landesteile und Regionen vertreten sind; und andererseits in den jeweiligen Berufsbildungskommissionen der einzelnen Berufe. Auch hier können sich alle Regionen einbringen.  Gemäss den Vorgaben des Berufsbildungsgesetzes fällt die OdA alle finalen Entscheide.